Neunzig Sekunden, in denen sich kein einziger Ton ändert. Acht Achtel, in allen 45 Takten wörtlich dieselben, nachzählbar in der Datei. Dennoch hört das menschliche Ohr sie dreimal anders. Denn ein Takt steckt nicht im Klang: Wo die Eins liegt, entscheidet nicht der Lautsprecher, sondern der Hörer.
Keine Täuschung, wohlgemerkt. Eine Täuschung sagt Ihnen etwas Falsches. Eine Kippfigur sagt Ihnen zwei Dinge, die beide stimmen, und überlässt Ihnen die Wahl: der Necker-Würfel fürs Ohr.
Beim Hören nur eine einzige Sache tun: Mitklopfen. Nicht jeden Anschlag, nur das, was sich als Eins anfühlt. Bei Sekunde 22 kommt ein Hornstoß, und Ihr Fuß macht etwas anderes, obwohl die Musik dieselbe geblieben ist.
Der Film ist keine Illustration, sondern dieselbe Partitur als Bild. In den rahmenlosen Teilen fehlen die Klammern; dort gruppiert das Auge selbst, genau wie das Ohr.
Werkstattbericht: Kippfigur, für Laien erklärt (PDF). Neunte Kurve der Werkreihe „Die Band“.
Konzept und Regie: Olaf Engel · Ausführung: Claude
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